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Termin Informationen:
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So.06Apr.202516:30 UhrSchauburg
Union
Ein Sturm kommt auf. Das Zelt derer, die viele Tage und Nächte hier vor dem Amazon-Betrieb in Staten Island um Stimmen für ihre neu zu gründende Gewerkschaft gekämpft haben, droht einzustürzen. Es ächzt unter den Windböen, und die Lichter des Industriestandortes blenden kalt. Unvermittelt tritt das Filmduo hervor, verlässt den dokumentarischen Blick und packt mit an. Eine solidarische Geste, ein bleibendes Bild. Während sich Jeff Bezos mit einem Flug zum Mars beschäftigt, intensiviert sich der Stimmenkampf unter seinen ehemaligen Beschäftigten. Bei brutzelnden Bratwürstchen wird nun versucht, die anderen Arbeiter*innen zu politisieren. Der lauteste unter ihnen ist Chris Smalls – medienwirksam inszeniert er die Bewegung und sich selbst, kümmert sich am Abend um Haushalt und Kinder: immer motiviert, immer kämpferisch. Amazon hat sie alle zusammengebracht: den Wohnungslosen, die engagierte Studentin und all die, die kurz zuvor wahllos gekündigt wurden. Doch die Gemeinschaft zeigt Risse, wie ein Gespräch zwischen zwei Frauen eindrucksvoll belegt: Übertönt Smalls sie oder kann seine Polarisierung Aufmerksamkeit für die Sache erzeugen? Brett Story und Stephen Maing halten Ambivalenzen aus, und wir werden in einen Arbeitskampf gesogen, der im Kino so bislang nicht sichtbar war. Wenn Tech-Milliardäre Regierungen bestimmen und Ergebnisse ausbeuterischer Arbeitsmethoden als Erfolg gewertet werden, braucht es ein Kino, das zeigt, dass der lange Atem demokratischer Kämpfe sich lohnen wird.
In Kooperation mit Verdi.